Servicequalität Deutschland vs. Holland

Zuerst einmal: Ich weiß, dass es die Niederlande sind, aber ich mag Holland einfach lieber… Und ich nenne hier Geschäfte und Orte, dass soll keine Schleichwerbung sein, sondern euch die Gegebenheiten erklären!

 

Jeder kennt sie, Servicekräfte in Cafés und Restaurants. Jeder hat so seine Erfahrungen gemacht, mal gute mal schlechte. Jeder hat seine Meinung, hier zeige ich euch meine.

 

Fangen wir hier in Deutschland an.

 

Ich mag deutschen Service. Mal freundlich reserviert, mal herzlich nett, aber meistens zuvorkommend. Egal wo du hingehst, du weißt welchen Standard du erwarten kannst. Und das ist kein kleiner! Sie müssen nett sein, zuvorkommend, schon vorher wissen was wir wollen, immer lächeln, aber vor allem immer höflich bleiben. Ich könnte das nicht, wenn ich schlechte Laune habe, merkt man das! Wenn mich jemand scheiße behandelt, werde ich böse und laut! Und ich bin nicht immer höflich, ich rede wie mir der Schnabel gewachsen ist! Das einzige was ich ein wenig zu bemängeln habe sind der Kapitalismus und die Personalpolitik dieser Unternehmen. Wobei dass nicht heißen soll, dass ich sie nicht verstehe. Ich kann nicht sagen, ob ich anders handeln würde. Der Kapitalismus und guter Service sind natürliche Feinde, dass zeige ich euch an einem Beispiel aus Holland.

 

Wir waren heute in Venlo. Ich hoffe der Ort ist jedem bekannt.

 

Es ging heute um kurz nach halb sieben los und um viertel nach, waren wir da. Wer mich kennt, weiß dass, das nicht meine Zeit ist. So überhaupt nicht, aber trotzdem war ich von dem Service dort begeistert. Sonst frühstücken wir immer in einem kleinen Café am Markt. Doch irgendwann wird man es leid, also frühstückten wir bei den „Zwei Brüdern“. Dies ist einfach ein, wie ich finde, sehr großer Supermarkt, der sich in mehrere Etagen erstreckt. In der ersten Etage befindet sich ein kleines Restaurant/Café/Bistro mit gutem Essen. Wir also heute Morgen kurz nach Ladenöffnung hoch ins Restaurant und bestellt. Meine Mutter und ich nahmen beide das große Frühstück, mein Vater das kleine mit einem extra Kännchen Kaffee. Die Bedienung wies uns daraufhin, dass durch diesen Sonderwunsch das Frühstück teurer würde. Bis zu diesem Punkt lief alles wie in Deutschland ab, wir bestellten trotzdem und freuten uns alle auf unser Frühstück. Doch nach wenigen Minuten stand statt einem Frühstück, der Chef mit einem Kellner vor uns.

 

Und nun geschah etwas, was mich wohl noch länger beschäftigen wird. Man wies uns daraufhin, dass ein kleines Frühstück mit extra großem Kaffee teurer sei, als ein großes Frühstück, in welchem ebenjener Kaffee schon drin wäre. Mein Vater könnte auch einfach noch eine Scheibe Rosinenbrot und Marmelade bekommen und kämme dadurch günstiger davon. Hier wären wir wieder bei: Kapitalismus und guter Service klappt in meinen Augen nicht. Denn mit diesem Hinweis sorgte der Chef dafür, dass er mehr Brot raus rücken musste und ihm 40 bis 50 Cent durch die Lappen gingen. Das klingt wenig, doch wenn man es mal auf geschätzte zehn Fälle hochrechnet sind das vier bis fünf Euro, die er so an Mehreinahmen für weniger Leistung haben könnte. Der Kapitalismus leidet, der Service jubelt!

 

Nun zum Thema Personalpolitik: Ich hatte meine Augen an diesem Morgen durch das Café streifen lassen und blieb an einem Kellner hängen, der den Tisch vor uns bediente. Er war schon die ganze Zeit ein wenig wackelig gewesen und es kam wie es kommen musste: Es schepperte. Es ging nichts zu Bruch alles blieb auf dem Tablett, aber ein nicht kleiner Fauxpas. Sofort hatte ich Mitleid mit dem Kellner, musste es doch der Chef mitbekommen haben. Doch mit dem was schließlich passierte hatte ich einfach nicht gerechnet. Er bediente weiter, auch uns. Und ich sah welch zittrige Hände der Mann doch hatte, doch ich war eher fasziniert von dieser Personalpolitik. Denn…

 

Was wäre in Deutschland gewesen? Nun hier hätte man sich wahrscheinlich an dieser zusätzlichen Einnahmequelle erfreut und den Kellner fristlos gefeuert, doch dort wurde er noch nicht mal angeschnauzt.

 

Fazit: Der Service ist in beiden Ländern einmalig. Mir gefällt der Service in beiden, doch momentan bin ich noch, mit Nenas Worten, völlig geflasht von dieser für das Café nicht einmaligen Erfahrung.

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