Neue Literaturepoche

Wir erleben gerade eine neue Literaturepoche. Das glaubt ihr nicht? Verständlich, schließlich sagt euch das kein Literaturprofessor, sondern eine 18 jährige. Eine 18 jährige, für die Kabale und Liebe kein Literaturmeisterwerk ist, sondern eine allergische Reaktion Schillers auf den Alkohol. Nun ich würde mir selber wohl auch nicht glauben, würde ich es nicht selber miterleben. Wenn ihr mit offenen Augen durch die Welt geht, ist es euch vielleicht auch aufgefallen.

Meiner Meinung nach erleben wir eine zweite Aufklärung. Nur anders als damals. Mir fiel das schon vor einigen Wochen auf. Heute wird ein Erotikroman nicht mehr mit roten Wangen gekauft oder heimlich hinter verschlossenen Türen gelesen. Heute ist es nichts Besonderes mehr, begegnet man jemandem in der Straßenbahn der „50 Shades of Grey“ liest. Wir können es auch die „Post Shades of Grey“-Epoche nennen. Erotikromane stehen heute weit oben in den Bestsellerlisten und sind praktisch überall anzutreffen.

 

Wirklich klar wurde mir das, als ich in der Kantine eines öffentlichen Krankenhauses saß. Ich hatte Durst und wollte mir für im Auto noch eine Flasche Wasser aus dem Kiosk holen. Wie in vielen Krankenhäusern üblich, stand dort ein kleiner Ständer mit Romanen. Dieser umfasste alles was es gab. Thriller, Romantik, Comics und einen Hauch Fantasy. Diesmal aber war es anders. In diesem Ständer fanden sich unteranderem die drei „Crossfire“ Bände. Zwischen Rätselheften, Billigblumensträußen, direkt neben der Eistruhe standen Erotikromane. Einfach so!

 

 

Und in diesem Moment wurde mir klar, was wir hier in Deutschland gerade erleben. Es ist eine neue Epoche. Es ist Geschichtsschreibung! Denn mal ehrlich, hätte vor fünf Jahren jemand gedacht, mal „Schmuddelromane“ in Krankenhäusern zu finden?

Kommentar schreiben

Kommentare: 0