Schreibnächte

Nun auch wenn es schon etwas länger her ist, hier nun ein Beitrag zu den gemeinsamen Schreibnächten mit anderen Autoren auf Facebook.

Hört sich unspektakulär an?

 

Ist es auch. Da macht nichts Bumm, Zisch oder Röchel, außer die Autoren, wenn ihre Ideen mit einem Bumm kommen, die Ideen im Schädel umherzischen und die Tastatur zu röcheln beginnt. Wenn all das passiert ist es eine äußerst erfolgreiche Schreibnacht.

 

Aber was macht eine Schreibnacht zu einer Schreibnacht?

 

Eine Schreibnacht ist eine Nacht in der wir schreiben. Aber jetzt mal ohne Witz, es ist praktisch nicht viel mehr. Aber es fühlt sich viel mehr an. Da sind mit dir andere Autoren, die teilweise schon verlegen oder verlegt werden, die sitzen zur selben Zeit vor ihrer Tastatur und arbeiten an ihren Geschichten. Da gibt es dann Horrorautoren, Fantasyautoren, Romanzenschreiber und Fanfictionschreiberlinge wie mich. Manche schreiben ihr Debüt, andere am dritten oder vierten Buch und wieder andere, vielleicht auch eine Kurzgeschichte. Sie sitzen in Berlin, Leipzig, München, dem Ruhrpott, Wien und der Schweiz.

 

Was verbindet uns?

 

Das Schreiben, wir tun es alle, zur gleichen Zeit mit demselben Ziel. Weiterkommen. Es wird auf Facebook eine Veranstaltung erstellt, bei der jeder mitmachen darf. Am jeweiligen Abend werden stündlich Aufgaben gestellt. Nichts schweres, aber ungemein interessant. Man tauscht sich aus und setzt sich selber Ziele.

 

Manchen hilft die Schreibnacht im voran kommen, andere hält sie davon ab. Ich gehöre zur zweiten Gruppe. Ich schaue mehr auf Facebook, was gerade passiert und wer was schreibt, als das ich in meine Welt abtauchen kann. Ich schreibe gerne Vormittags, Nachmittags und manchmal auch Spätabends von elf bis eins. Aber von 20 Uhr bis Ende offen schaffe ich zeitlich nicht. Nicht nur wegen der Müdigkeit, nein auch wegen meiner Kreativität, die sitzt nämlich wie ich ab 20:15 Uhr vor dem Fernseher. Die will da auch nicht weg. Nun schreibe ich, wir haben ja auch erst halb acht.

 

Warum bin ich trotzdem in der Gruppe dazu?

 

Die Leute sind toll. Wenn du eine Frage hast, wird dir schneller geholfen als Google deine Frage versteht. Da werden Familien mobilisiert um dein Problem zu lösen. So musste ich zum Beispiel mal zur Recherche wissen, wo man in Großbritannien Schwangerschaftsteste kaufen könnte. Google half mir nicht sonderlich, also fragte ich dort nach. Mit dem Erfolg, dass ich erstens noch in derselben Stunde meine Antwort hatte und zweitens eine andere Nutzerin ihren Bruder in London gefragt hatte. Habe ich eine Schreibblockade bemitleidet man mich einen Moment und fängt dann an mit mir das Problem zu analysieren und aufzulösen. Aber auch sehr wichtig ist, dass dort „echte“ Menschen rumrennen. Dort gibt es keine „Leserin“ die mir schreibt, ich hätte eine tolle Schreibe und solle so weitermachen und versteht hinterher den einfachsten Witz in Bezug auf meine Geschichte nicht. Diese Menschen, lesen, antworten, kritisieren und diskutieren, aber sie bleiben immer fair.

 

 

Ich finde die Schreibnächte toll, wenn ich auch nur einmal teilgenommen habe. Die Gruppe dahinter ist ein kleiner Schatz, in dem dir IMMER jemand hilft.


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