*Rezension* Hape Kerkeling - Der Junge muss an die frische Luft

Ende Oktober brachte mir der Postbote Hape Kerkelings "Der Junge muss an die frische Luft" als Rezensionsexemplar an die Tür. Erst machte ich mir Gedanken, wie man eine Biographie rezensieren soll ohne anmaßend zu sein, doch ich hoffe, einen guten Weg gefunden zu haben.

Steckbrief:

 

Autor: Hape Kerkeling

Titel: Der Junge muss an die frische Luft

Verlag: Piper

ISBN: 9783492057004

Genre: Sachbuch

 

Kurzbeschreibung:

 

Mit „Ich bin dann mal weg“ hat er Millionen Leser inspiriert, persönliche Grenzen zu überschreiten. Jetzt spricht Hape Kerkeling über seine Kindheit; entwaffnend ehrlich, mit großem Humor und Ernsthaftigkeit. Über die frühen Jahre im Ruhrgebiet, Bonanza-Spiele, Gurkenschnittchen und den ersten Farbfernseher; das Auf und Ab einer dreißigjährigen, turbulenten Karriere – und darüber, warum es manchmal ein Glück ist, sich hinter Schnauzbart und Herrenhandtasche verstecken zu können. Über berührende Begegnungen und Verluste, Lebensmut und die Energie, immer wieder aufzustehen. (Buchrückseite)

 

Cover:

 

Blauer Hintergrund, den Titel in Gelb gut sichtbar darauf verewigt, genauso wie den Autoren als Bild und weißen Schriftzug. Erholsam von den ganzen Farbbomben-Covern.

 

Was kann noch dazu gesagt werden:

 

Ich werde hier nicht den Inhalt des Buches, sondern nur den Stil rezensieren. Dieses Buch ist eine Biographie, bedeutet, dass alles einem Menschen tatsächlich in seinem Leben passiert ist. Wer bin ich, als dass ich ein ganzes Leben bewerten könnte?

 

Ich lese regelmäßig Bücher die unter die Haut gehen, aber dieses Buch toppt alles. Diese Mischung aus Respekt was aus dem Menschen geworden ist, der Fassungslosigkeit wie schlicht und ergreifend unfair das Leben ist, dem Mitleid mit seiner Mutter und auch ihm und das wiedererkennen einiger Charakterzüge in meinen Eltern und Großeltern. Diese Geschichte eines kleinen Jungen der seine Mutter auf so schlicht unfaire Art verliert, ließ mich regelmäßig das Buch für ein paar Stunden beiseitelegen, so berührte es mich. Zu wissen, dass all das, einem Menschen wiederfahren ist, stimmt mich so unendlich traurig, lässt mich Mitleid mit ihm, aber vor allem auch der Mutter haben. An einigen Stellen habe ich so laut lachen müssen, dass meine Mutter unbedingt erfahren wollte, was ich gerade gelesen habe. Dieses Buch hat uns beide gleichermaßen zu Tränen gerührt und ein lautes Lachen abverlangt. Viele Gedanken dieses achtjährigen Jungen kamen mir so unendlich vertraut vor, Gedanken die ich im selben Alter hatte, als innerhalb eines halben Jahres meine Großeltern mütterlicherseits und meine kleine Schwester verstarben.

 

Umso mehr rührte mich dieser Lebensweg zu der Persönlichkeit die er heute geworden ist.

 

Fazit:


Zu Anfang hatte ich Probleme wirklich rein zu finden, ich empfand es irgendwie kalt und unpersönlich. Das hat sich jedoch ziemlich bald zu einer so warmen und klaren Sprache gewandelt, dass ich mir die meisten Szenen im Kopf angesehen und miterlebt habe. Es gibt nur eine einzige Wertung, die ich für dieses Buch abgeben kann: Wahnsinn und bitte sofort kaufen.

 

Allerdings habe ich noch einen kleinen Tipp an euch: Nur in Verbindung mit Taschentüchern erwerben!

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