!Interview! Mary R. Smith

Nach dem kurzen Statement "So nicht!" am Donnerstag und der Rezension zu Highspeed Love gestern, geht es heute mit dem Interview weiter, dass ich schriftlich mit Mary R. Smith führte. Die Autorin von Lorenzo (Rezension) stand mir bei 36 Fragen Rede und Antwort. 15 davon waren genau auf sie zugeschnitten und 21 waren unsere Büchereckes-Specials, eine Reihe Fragen die schon Janika Hoffmann, Jennifer Jäger, Sarah Reitz, Andreas Kimmelmann und Adriana Popescu beantworten durften.

 

Nach dem netten Schriftwechsel und diesem tollen Interview mit dir Mary, möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bei dir bedanken. Ich wette, wir lesen uns wieder!


Hallo Mary, ich freue mich sehr, dass du mir heute Rede und Antwort stehst. Magst du uns vielleicht ein wenig über dich erzählen und wie es dir gerade geht?

 

Hi Nicole, ich freu mich, dass du an mich gedacht hast.

Ich hoffe mal, dass ich alle Fragen zur Zufriedenheit beantworten kann. :)

Mir geht’s gut soweit. Kam auch erst Dienstag von einem Kurztrip aus London zurück.

 

 

Wie ist das eigentlich, arbeitest du gerade an einem Buch und kannst du uns etwas darüber erzählen?

 

Ja, ich arbeite bereits am nächsten Buch. Die Idee dazu entstand beim Schreiben von „Carl II“ und wird sich diesmal um Carls Zeit an der Uni drehen. Unter anderem z.B. wie er seinen besten Freund Tom kennenlernte, sich bei seinen Eltern outete usw.

Ich habe aber erst angefangen und es wird keine richtige Erzählung sein, sondern eher Episoden/Kurzgeschichten aus dem Leben von Carl und Tom. Mal schauen, was sie alles so zu erzählen haben.

 

 

Schreibst du über real passierte Dinge? Bzw. Dinge die du selbst schon einmal ausprobiert hast?

 

Ich lasse gerne schon mal die ein oder andere Erfahrung mit in die Bücher einfließen. So passieren meinen Charakteren hin und wieder Dinge, die ich selbst erlebt habe oder jemand aus meiner Familie/Bekanntenkreis. Aber natürlich hab ich nicht alles selbst erlebt oder probiert.

 

 

Bist du eigentlich noch auf anderen Plattformen und in Foren aktiv?

 

Außer Facebook?

Ja. Auf Fanfiktion.de unter dem Nickname MaryReilly, schon seit 2005.

Da veröffentliche ich aber wirklich nur reine Fanfiktions, also Geschichten von Fans (haupts. Serien) für Fans. Damit verdiene ich nichts, sprich: die gibt’s alle kostenlos zu lesen.

Ich habe auch ein Profil bei Bookrix, da bin ich jedoch wenig aktiv.

Twitter und Google nutze ich auch eher selten.

 

 

Wer macht deine Cover? Du selbst oder kaufst du sie bei jemandem?

 

Meine Cover macht meine beste Freundin. Die kennt meinen etwas ausgefalleneren Geschmack und ist auch immer die Erste, die meine Skripte liest, ergo auch weiß, was im Buch passieren wird.

Sie hat zum Beispiel auch die Skyline von London für mich gezeichnet und zusammengebastelt, weil ich die unbedingt haben wollte :) darüber war ich sehr dankbar! Ich könnte so etwas nicht.

 

 

Als ich dein Buch Lorenzo las, fand ich es sehr erfrischend mit wie wenig Klischees deine Geschichte einherging. Woher nimmst du die Ideen für deine Geschichten?

 

Das freut mich! Ich versuche das auch meist einzugrenzen, also was Klischees angeht. Meine Protas sind ganz normale Menschen, wie du und ich.

 

Wo du „Lorenzo“ ansprichst, da habe ich auch meine ganz persönlichen Erfahrungen in Bezug auf ‚kirchliche Gemeinschaften‘ einfließen lassen. Ich war selbst jahrelang ehrenamtlich tätig und im Laufe der Zeit merkt man, wie ‚christlich‘ so manch einer da ist.

 

Meine Ideen? Das ist ganz unterschiedlich. Ich schreibe gerne über Themen, die mich bewegen und mir am Herzen liegen. So zum Beispiel in „Carl II“ – dazu verrate ich aber noch nichts, das Buch erscheint ja erst am 01.10.2016 ;)

 

Ich bin aber auch schon durch Reportagen im Fernsehen auf Ideen gekommen und manchmal ergibt es sich bereits eine Idee fürs nächste Buch, während man das aktuelle noch schreibt.

Oder es läuft ganz anders, wie bei „Was du verdienst“. Da bekam ich den Anstoß aus der Lesegruppe, die unbedingt mehr über einen bestimmten Charakter wissen wollte.

 

Aber so oder so, die Geschichten entwickeln sich oft beim Schreiben und die Protagonisten gehen letztendlich mehr als einmal ihren eigenen Weg ans Ziel, ohne zu fragen.

 

 

Kannst du deine Muse eigentlich steuern, oder bist du wie viele andere ihrer Willkür ausgesetzt? Manche Autoren haben ja zum Beispiel die besten Einfälle direkt vor dem Schlafengehen.

 

Steuern? Nein, auf keinen Fall. Ich könnte mich nie hinsetzen und zu mir sagen ‚Du musst jetzt über das und das schreiben‘ oder so. Es ergibt sich einfach. Nicht unbedingt direkt vorm Schlafengehen. Bei mir zumindest nicht. Manchmal aus Alltagssituation heraus, manchmal beim Autofahren oder beim Brainstorming mit meiner besten Freundin.

 

 

Kannst du schreiben wo immer du willst, oder bist du immer in derselben Ecke?

 

Ich sitze meist am Schreibtisch. Wobei das wohl eher Bequemlichkeit ist. Theoretisch könnte ich überall schreiben und im Urlaub tue ich das manchmal sogar auf dem Tablet mit Bluetooth-Tastatur. Aber hier zu Hause, da habe ich meinen festen Platz (trotz Laptop).

 

 

Eine vielleicht gemeine Frage, aber: Wenn ein Verlag heute dein Buch im Selfpublishing entdecken würde und sie dir einen Verlagsvertrag über zehn Million Euro anbieten würde, allerdings mit der Auflage, dass du das komplette Buch umschreibst, würdest du es tun?

 

Zehn Millionen? Wow! Das ist eine Hausnummer. Gute Frage … *grübel*

Darauf kann man ja nur falsch antworten ;)

Wenn ich den ablehnen würde, würde mein Mann mich vermutlich für verrückt erklären! Wer könnte so viel Geld nicht gebrauchen?

 

Nein, Spaß beiseite, ich denke nicht. Ich bin stolz auf meine ‚Jungs‘ und würde mich nie so verbiegen und ein ganzes Buch umschreiben. Da würde mir vermutlich das Herz bluten.

Ich liebe zum Beispiel auch einfach das Genre, weshalb ich für Geld auch nicht plötzlich anfange Liebesromanzen über Mann und Frau zu schreiben (was natürlich völlig legitim wäre und ich verurteile auch keinen dafür, weil er es gerne tut). Für mich persönlich wäre es aber nicht das Richtige. Ich würde mich damit nicht wohlfühlen.

Daher wäre ich auch nicht bereit meinen Roman komplett umzuschreiben. Sicher könnte man über die ein oder andere Änderungen reden - ich bin ja kompromissbereit :)

 

 

Wenn du es dir aussuchen könntest, großer Verlag oder Selfpublishing?

 

Derzeit würde ich sagen: Selfpublishing. Ich bin zufrieden wie es läuft, muss aber dazu sagen, dass ich keinen Vergleich zu einem Verlag habe.

 

 

Morgen geht die Welt unter, du hast Zeit noch ein Buch zu schreiben, welche Idee würdest du umsetzen?

 

Oh! Also … wenn die Welt untergeht und das Buch ja doch nie veröffentlicht würde … hmmm, ich bin ja ein waschechtes Fangirl, da gäbe es dann schon den ein oder anderen … *pfeif*

 

Ernsthaft? Okay *lach* Ich habe keine Ahnung! Ehrlich nicht. Es gibt viele Themen, die mich bewegen und ich vielleicht auch irgendwann gerne umsetzen würde, aber konkretisieren kann ich das nicht.

Vielleicht würde ich mal einen Ausflug in den Bereich ‚Phantasy‘ oder ‚Si-Fi‘ wagen (natürlich gay), wenn es nichts wird, wäre es dann ja eh nicht schlimm ;)

 

 

Hörst du beim Schreiben eigentlich Musik und hast du besondere Soundtracks für deine Geschichten und Charaktere im Kopf?

 

Ich weiß, einige hören sehr gerne Musik dabei, aber ich tue das eher selten. Ich genieße die Ruhe, die ich habe, wenn meine Familie aus dem Haus ist und ich mich so richtig schön auf die Geschichte einlassen kann. Dafür brauche ich selten Musik. Musik kommt nur auf meine Ohren, wenn mein Mann den Fernseher einschaltet, denn dabei kann ich mich überhaupt nicht mehr konzentrieren. (Wir haben leider nur ein kleines Häuschen und ich kein eigenes Arbeitszimmer).

 

Soundtracks? Nein, ich könnte dir aber die Idealbesetzung an Schauspielern verraten, für jeden einzelnen meiner Jungs ;) - sollte je etwas verfilmt werden *hust* - na ja, träumen darf man ja, oder?

 

 

Nervt es dich eigentlich, was manchmal für ein Bohei um Literatur über homosexuelle Pärchen gemacht wird? Immerhin sollte es doch heute selbstverständlich sein nicht nur das typische heterosexuelle Pärchen darzustellen?

 

Es sollte selbstverständlich sein, ist es leider aber immer noch nicht. Als ich mein erstes Buch „Carl“ herausbrachte, war die Aussage einer Bekannten: ‚Na manch einer wird sich fragen, ob man das jetzt auch noch braucht!‘

Bei diesen Menschen sag ich schon gar nichts mehr, es wird immer welche geben, die es nicht verstehen können oder wollen.

Es gibt jedoch eine Sache, die ich sehr schade finde, dass man Frauen immer unterstellt, sie könnten oder dürften sogar nicht über homosexuelle Männer schreiben (weil sie ja keine Ahnung haben). Man wird gefragt, warum man als Frau überhaupt so etwas schreibt.

Ich kann nichts dafür, dass mir dieses Genre eben gefällt und mir am Herzen liegt. Das ist einfach Fakt. Genauso, wie andere auf Krimis über Serienmörder stehen. Warum schreiben Menschen über solch schreckliche Dinge? Dann schreibe ich lieber über die Liebe und am liebsten über Männer!

 

 

Kannst du lange warten oder wirst du schnell ungeduldig?

 

Herrgott, ich bin die Ungeduld in Person! Nein, als besonders geduldig würde ich mich nicht beschreiben :) – und jeder der mich kennt vermutlich auch nicht.

 

 

Egal ob tot oder lebendig, gibt es einen Autoren den du gerne einmal treffen würdest?

 

 

Da ich Wolfgang Holbein schon bei einer Lesung getroffen habe … Anne Rice. Ich liebe ihre Geschichten um Lestat, Armand und Markus. Oder Falsetto, eines meiner Lieblingsbücher von ihr.


Wann hast du mit dem Schreiben angefangen?

 

Genau kann ich mich daran nicht erinnern. Schon ziemlich früh. Ich habe auch als Teenie schon von Hand und auf der alten Schreibmaschine meiner Mutter getippt.

Später, als das Internet dann mehr und mehr Platz in unserem Leben einnahm, begann ich mit Fanfiktions. Die schreibe ich jetzt schon rund 15 Jahre.

 

Warum schreibst du?

 

Weil es mir Spaß macht, weil es mich beruhigt und weil ich schon viele schwierige Situationen in meinem Leben dadurch meistern konnte. Auch wenn es bloß Fanfiktions waren, ich konnte dadurch das ein oder andere besser verarbeiten. Heute setze ich das auch in meinen Büchern um.

 

Was schreibst du?

 

Fanfiktions (wie schon erwähnt) und meine Bücher. Alles ausschließlich Slash/Gay Romance.

Am liebsten Liebesgeschichten und Dramen.

  

Wie hast du festgestellt, dass es dir liegt?

 

Das habe ich nicht festgestellt, sondern die Menschen, denen es gefallen hat.

Nein im ernst, ohne Rückmeldungen von Lesern weiß der beste Autor nicht, ob er was taugt oder nicht. Das ist zumindest meine Einstellung, darum ist Feedback auch immer so wichtig für Autoren.

 

Liest du in dem Genre indem du schreibst?

 

Ja! Mittlerweile fast nur noch in dem Genre. Auf meinem Nachttisch stapeln sich noch Bücher von Holbein etc. aber bevor ich darangehe, ziehe ich momentan die Bücher meiner Kollegen/innen vor. Ich mag diese Art Geschichten einfach lieber.

 

 

Hast du schon mal eine geliebte Figur umgebracht?

 

Bisher nur ein einziges Mal ;) ob sich das bald ändert … wer weiß … *pfeif*

  

Wenn ja, warum und wie?

 

Warum? Hm, das ist eine gemeine Frage, denn eigentlich war es mir schon von vornherein klar. Drei sind einer zu viel, zumindest bei meiner Vorstellung einer Beziehung. Wie? Durch eine Krankheit.

 

 Verlegst du selber oder nicht?

 

Ja, ich verlege selbst. Allerdings nur bei Amazon. E-Book und Print.

 

Was hast du sonst für Hobbys?

 

Ich mache seit knapp drei Jahren Patchwork. Für vielmehr bleibt wenig Zeit, zwischen Schreiben und der Familie.

 

 Schreibst du hauptberuflich oder nebenberuflich?

 

Hauptberuflich, mittlerweile.

 

Magst du Schokolade und gibt es einen Bezug zwischen deinen Süßigkeitenverbrauch und dem Schreiben?

 

Nein, ich liebe eher herzhaftes Zeug. Chips, Brezeln, Nachos … aber da besteht kein Zusammenhang im Verbrauch zum Schreiben.

 

 Was ist dein Lieblingsbuch?

 

Ich habe viele gute Bücher gelesen. Wirklich festlegen kann ich mich da gar nicht, besonders da ich ein Fan von Reihen bin.

 

Welches Buch von dir magst du besonders gerne?

 

Schwierige Frage, ich mag ja eigentlich alle, aber wenn ich mich entscheiden muss …

Carl und auch die Fortsetzung. Einfach, weil mir Carl und Robert so ans Herz gewachsen sind. Nein, eigentlich die ganze Clique. Ich kann mich sehr schwer von ihnen trennen.

 

 Hast du eine Sammelleidenschaft?

 

Ich habe mal Drachen gesammelt, aber das mache ich mittlerweile nicht mehr. Wenn man mein DVD-Regal so ansieht, dann könnte man das wohl als Sammelleidenschaft bezeichnen.

Ach ja, und ich bin Fangirl ;) ich gehe also auch gerne auf Conventions und sammle da allerhand Fanartikel, T-Shirts, Autogramme und Fotos :)

Und generell alles, was irgendwie annähernd mit London zu tun hat.

  

Welches Tier wärst du gerne?

 

Eine Katze.

  

Idealist, Pessimist oder Realist?

 

Pessimist, leider! Manchmal nervt das ;)

 

Wenn du einen Tag ins andere Geschlecht wechseln könntest, was würdest du tun?

 

Gute Frage, alles was mir dazu einfällt ist nicht jugendfrei!

Ups, das wollte ich eigentlich gar nicht schreiben … ähm, ich weiß es nicht.

Ich würde das einfach auf mich zukommen lassen.

 

 Welches Fach mochtest du als Schüler gar nicht?

 

Französisch. Darin war ich mies und das war bei uns erste Fremdsprache, also Pflicht :P

  

Hasst du irgendwas?

 

Menschen die sich keine Gedanken um ihre Mitmenschen machen.

Intoleranz, Neid, Missgunst und Intrigen.

 

Bist du wie andere Autoren nachtaktiv?

 

Nein, ich bin definitiv keine Nachteule. Liegt auch sicher mitunter daran, dass meine Kinder mich morgens ohne Gnade aus den Federn werfen.

  

Und zum guten Schluss: Lieblingsfarbe?

 

Dunkelblau

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